am 2. prozesstag, 8.11.23

(von meinem facebook, 9.11.23):
"ich habe gestern beim prozess von gil ofarim zugeguckt als bürger, als zuschauer. ist öffentlich für jeden. (im landgericht, gegenüber bundesverwaltungsgericht) den gerichtssaal und vor dem gerichtssaal darf man nicht fotografieren. und im gerichtssaal hat man kein handy, das wird draußen abgegeben. (...)"
(auf eine frage, ob ich den eindruck habe, dass die verhanldung korrekt abläuft)
"ja, ich habe den eindruck, dass die verhandlung insgesamt korrekt abläuft. also ich habe nicht den mega negativen eindruck soweit."
"ich habe auch festgestellt, ein Prozess ist sehr arbeitsintensiv für Richter, Anwälte. Die ganze Zeit genau zuhören, viele Infos (Arbeitsabläufe in Hotels detailiert dargelegt bekommen, die man nicht kennt. Tagesabläufe von unterschiedlichen Personen. Aus mehreren untrschiedlichen Zeugenaussagen die Gesamtsituation im Kopf formen. Ablauf-, Arbeitssituation an dem Tag verstehen. Zb.). in dichter Abfolge, unter höchster Konzentration. keine längeren pausen an dem tag. die leisten da ganz schön viel. mir schwirrte auch ganz schön der kopf, als ich den saal gegen 16, 17 uhr verließ. (von 10.30 uhr war ich da)"
(ich wurde von jemandem gefragt, was ich über alles denke)
"ich denke, erstens, dass so ein prozess, den ich noch nie sah, interessant ist und dass man echt der wahrheit auf die spur kommt. kommt dann nur drauf an, ob die hirne der beteiligten die wahrheit zur kenntnis nehmen. zweitens denke ich in dem fall, dass es für mich wichtig ist gil ofarim zu unterstützen, weil er derjenige ist, der "runtergeamcht" wird, nicht ernstgenommen wird etc.. ich denke, es ist so, wie er es in seinem video gesagt hat. punkt. und nix drumrum.
der prozess ist öffentlich. (...) die öffentlichkeitssitze sind so gut wie leer. 15 leute sitzen da und es könnten 40 da sitzen. ja, aber menschen müssen eben auch abreiten oder wissen nichts davon. so einem prozess würde öffentlichkeitsbeteiligung jedenfalls gut tun! und dafür sind öffentliche prozesse ja auch ausgelegt."
am 5. Prozesstag, 16.11.23

"(schrieb ich gestern, 16.11.): ich mag es sehr unter leuten, menschen zu sein!!!
(16.11.23)
"ich dachte, die Frage war so gemeint welchen Eindruck ich insgesamt habe. Warum? Es ist so schwer 6 Stunden dort sein und alle Eindrücke zu teilen. Ich habe 3 Zeugenaussagen (am 8.11.) von Anfang bis Ende angehört. Rezeptionistin. Die 2 Bankangestellten, die hinter Gil Ofarim in der Schlange standen und dann am Nebenschalter als er an dem anderen Schalter war. Diese waren sehr ausführlich, an sich schonmal. Gefragt wurden "objektive" Dinge. Sie sollten die Situation adäquat, wahrheitsgemäß wiedergeben. Also so authentisch wie möglich, um die Situation zu erfassen. Dazu gehörten auch zb. Aussagen wie, ich habe nicht alles von einem Gespräch gehört. Welche Eindrücke hatte man persönlich von Gil Ofarim in unterschiedlichen Momenten. Zb. war er ruhig. Oder auch schlichte Fragen, wie war die Stinmung der anderen Personen in der Schlange. Oder Frage an die Zeugen: Was haben Sie gemacht? Sehr viele Fragen. Die Hotelmitarbeiterin wurde bspw. nach der Arbeitssituation gefragt. Und vieles mehr. Es waren zT. recht lange, umfangreiche Aussagen. Richter, Verteidiger, Staatsanwalt Nebenklägeranwalt haben respektvoll miteinander gearbeitet. Als der Antrag auf Vereidigung des Hotelmitarbeirers von der Verteidigung abgelehnt wurde, hat der Richter dies umfänglich begründet. Er hat es so begründet, dass eine Sicht auf die Wahrheit durch andere Elemente, die man betrachten kann, gefunden werden kann. Was kann ich noch sagen? Auch der anklagende Staatsanwalt war bemüht, den Zeugenaussagen aufmerksam zu folgen um die Situation wahrheitsgemäß zu verstehen. Nochmal zu den Zeugen an jenem Tag. Sie waren alle bemüht, wahrheitsgemäß, ehrlich, wohlwollend auszusagen. Ich hatte keinen Eindruck von Unehrlichkeit bei den Dreien. Der Richter war freundlich zu den Zeugen und Anwälten. Einmal fand ich seine Aussage aber etwas komisch, verquer arrogant, so meine Interpretation. Da sagte er zu der einen Zeugin (Hotelmitarbeiterin): "das haben Sie nicht zu entscheiden. Das entscheidet das Gericht." Oder sowas in der Art. Dies sind ein paar wenige Eindrücke. Vielleicht wird meine Antwort dadurch klarer. Oder es ist mir auch nicht gelungen."
(geschrieben am 24.1.24)
"(...) ich möchte nochmal was zum prozess sagen. ich denke, ofarim hat nicht gelogen. ich denke, er hat ein falsches geständnis abgelegt. ich denke, es hat die antisemitische aussage gegeben. aber ich denke, die staatsanwaltschaft hätte ihn festgenagelt. die aussage des gutachters war auch gegen ofarim, ohne grund. die staatsanwaltschaft hätte ihm keine chance gegeben, seine unschuld zu beweisen. es stand alles quasi gegen ihn, also vermeintliche fakten. das ist mein eindruck. also war der prozess aus meiner sicht nicht fair, sondern voreingenommen. ich bin mal gespannt, ob in zukunft dazu nochmal was kommt. ich bin mir ziemlich sicher, dass ein falsches spiel gegen ofarim gespielt wurde. der wille, die wahrheit zu finden war im ansatz da, aber man hat dennoch an der wahrheit vorbei gesehen. scheinbar hat das bewusstsein bei staatsanwaltschaft und auch richter gefehlt."